Kolping Bildungswerk: Mit dem Chromebook zu Ausbildungsplatz und Führerschein 

April 2017. In Leverkusen-Opladen helfen Mitarbeiter des Kolping-Bildungswerks jungen Flüchtlingen einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildungsstelle zu finden. Sie geben Deutschunterricht oder Nachhilfe in Mathematik und vermitteln den Geflüchteten Praktikumsplätze. Im Moment unterstützt das Kolping-Bildungswerk in Leverkusen-Opladen sieben junge Männer im Alter von 19 bis 23 Jahren, die Praktika absolvieren oder demnächst eine Ausbildung beginnen werden. Vom Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Köln e.V. haben die jungen Männer Google Chromebooks zur Nutzung erhalten, die im Rahmen von NetHopes Project Reconnect gespendet wurden. Die Chromebooks helfen den jungen Flüchtlingen, ihre Ausbildungs- und Berufschancen zu verbessern. 

Heinz Kappertz und Peter Brenner sind Mitarbeiter der Kolping-Werkstatt in Leverkusen-Opladen und begleiten die sieben jungen Flüchtlinge auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Stolz erzählen sie von Daham, der es geschafft hat, sich für eine Ausbildungsstelle als KfZ-Mechatroniker zu qualifizieren:

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Im Dezember 2016 bekam Daham die Chance, im Rahmen der Einstiegsqualifizierung ein Praktikum in einer kleinen Autowerkstatt zu absolvieren. Ziel dieser zwischen sechs und zwölf Monate dauernden Praktika ist, dass die Unternehmen die Praktikanten im Anschluss als Auszubildende übernehmen. Daham hatte zuvor bereits in Leverkusen-Opladen an einem Deutschkurs teilgenommen und kannte schon die Grundlagen der deutschen Sprache. Schnell stellte sich heraus, dass seine Deutschkenntnisse für sein großes  Ziel, eine Kfz-Ausbildung zu beginnen, noch nicht ausreichend waren. Besonders das freie Sprechen fiel ihm schwer.

Die Kolping-Werkstatt in Leverkusen-Opladen stellte Daham ein Chromebooks zur Verfügung, um seine Sprachkenntnisse ortsunabhängig zu verbessern. Am Anfang fiel ihm die Nutzung des Google Chromebooks schwer. Er kannte sich zwar mit dem Smartphone aus und nutzte dieses als Verbindung in seine Heimat, doch die Verwendung eines Computers mit Tastatur war ihm aus seiner Heimat noch unbekannt. Nach einigem Üben ist er inzwischen recht souverän in der Verwendung des Chromebooks. Gemeinsam mit dem Betreuer des Kurses suchte er sich  gezielt Übungen zur Verbesserung des freien Sprechens aus dem Internetkurs „Ich-will-Deutsch-lernen.de“, www.iwdl.de, aus. Daham übte regelmäßig seine Aussprache. Die Übungen aus dem Themenkomplex "Sprechen und Phonetik" halfen ihm, seine Unsicherheit zu überwinden. Inzwischen hat er sich beim freien Sprechen deutlich verbessert. In seiner Freizeit nutzt er das Chromebook intensiv, um seine Fertigkeiten wie Hör- und Leseverstehen und Schreiben weiter auszubauen.

Daham hat in seinem Heimatland bereits die verschiedensten Landmaschinen bedient und kann Auto fahren. Für seine zukünftige Ausbildungsstelle als KFZ-Mechatroniker ist es jedoch sehr wichtig, dass er einen deutschen Führerschein besitzt. Hier nutzt er das Chromebook als Übungsplattform für die theoretische Führerscheinprüfung.

Wie viele andere Flüchtlinge, besuchte auch Daham in seiner Heimat die Schule nur unregelmäßig und nur für kurze Zeit. Er mußte eine Menge Unterrichtsstoff nachholen. Da für Dahams Wunschberuf auch mathematische Kenntnisse sehr wichtig sind, besucht er jeden Mittwoch die Berufsschule und bekommt dort Matheunterricht. Nachdem die Grundrechenarten wiederholt wurden, bildet inzwischen das Trainieren von Textaufgaben einen wichtigen Schwerpunkt, der in direktem Zusammenhang zum sinnentnehmenden Lesen und Hören steht.

“Ich möchte sehr gerne in Deutschland bleiben und einen Beruf haben”, erzählt Daham, “Das Chromebook hilft mir dabei sehr, weil ich damit gut zu Hause lernen kann.” Insbesondere das beständige Üben, frei zu sprechen hat sich ausgezahlt. Dass Dahams Deutsch viel besser geworden ist, bestätigt auch der Leiter der Autowerkstatt, Dahams zukünftiger Ausbilder. In diesem Sommer wird Dahams Traum wahr: Er beginnt mit seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker - den Vertrag dafür hat er bereits unterschrieben.