Schülerin aus Afghanistan hilft anderen Flüchtlingen Deutsch zu lernen

Februar 2017. Sharare ist 15 Jahre alt. Vor zwei Jahren floh sie mit ihrer Familie aus Afghanistan. Sie lebten dort in einer Gegend, in der Mädchen keine Schule besuchen dürfen. Sechs Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland wurden Sharare und ihre jüngere Schwester in eine Willkommensklasse in Erding aufgenommen. Die Organisation "Zukunftsmacher gUG", die sich mit ihrem Projekt ADIA Erding zum Ziel gesetzt hat Integration durch Bildung zu fördern, stellte für die Schülerinnen und Schüler Google Chromebooks von Project Reconnect zur Verfügung. Beide Mädchen lernten mit großem Eifer, denn es war das erste Mal, dass sie eine Schule besuchen durften.

Sharare (links im Bild) ist glücklich über ihre neuen Sprachkenntnisse

Sharare (links im Bild) ist glücklich über ihre neuen Sprachkenntnisse

Anna Maria Blau ist die Gründerin von ADIA Erding. Sie möchte jedem Flüchtling einen Zugang zu Bildung verschaffen. Im Landkreis Erding leben ungefähr 134.000 Menschen, darunter über 1400 Flüchtlinge. In Erding haben sich viele Helferkreise gebildet, die die Flüchtlinge dabei unterstützen, Deutsch zu lernen, eine Arbeit zu finden oder eine Berufsausbildung abzuschließen. ADIA Erding arbeitet mit den Freiwilligen aus diesen Helferkreisen zusammen, um Übungsprogramme und andere Bildungsaktivitäten für Flüchtlinge umzusetzen.

Viele dieser Freiwilligen kommen selbst aus anderen Ländern. Jeder Dritte floh vor Krieg und Verfolgung. Deshalb verstehen sie sehr gut, mit welchen Herausforderungen sich die neu angekommenen Flüchtlinge konfrontiert sehen. Für Anna Maria ist jeder dieser Helfer ein besonderer Erfolg. Sie versucht immer, Flüchtlinge dazu zu bewegen, ehrenamtlich zu arbeiten. “Dabei eignen sie sich Fähigkeiten an, die sie in einem zukünftigen Job gut gebrauchen können”, erklärt Anna Maria. Sie knüpfen wichtige Beziehungen und bauen sich ein Netzwerk auf, dass ihnen helfen kann den ersten Job in Deutschland zu finden.

Im Sommer 2016 stattete ADIA Erding alle Unterkünfte, in denen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind, sowie alle Schulen mit Willkommensklassen mit Chromebooks aus. Während der bayerischen Sommerferien bekamen 120 junge Flüchtlinge Starthilfe für ihren Schulbesuch. Mitarbeiter von ADIA Erding unterrichteten sie in der deutschen Sprache und zeigten ihnen, wie man die Chromebooks benutzt, damit die Schüler selbständig weiterlernen können.

Die meisten der Teilnehmer aus diesem Sommerkurs waren wissbegierig und begeistert, wieder zur Schule gehen zu können.  Einige konnten dem Unterricht in deutscher Sprache sehr schnell folgen. Und einige von diesen Schnellstartern helfen bereits denjenigen, die im Umgang mit Technik und Sprache weniger erfahren sind.  

Sharare, das 15-jährige Mädchen aus Afghanistan, lernte so gut, dass sie schon nach einem halben Jahr in eine ganz normale Realschule wechseln konnte. Ihren Erfolg schreibt sie den vielen Übungen zu, die sie online gemacht hat. Sharare lernt weiterhin in der Schule mit einem Chromebook. Auch zu Hause verwendet sie eines, um ihre Hausaufgaben damit zu machen.

Ihr neu erlerntes Wissen über die deutsche Sprache und den Umgang mit den Chromebooks teilt Sharare gerne mit anderen Flüchtlingen. Als freiwillige Helferin zeigt sie neu angekommenen Flüchtlingen, wie die Chromebooks funktionieren und was man mit den Sprachlern-Angeboten, die ADIA Erding auf www.adia-erding.de vorstellt, alles erreichen kann. Sie hat ein großes Ziel: „Ich möchte es so weit bringen, dass ich andere Mädchen dabei unterstützen kann, freien Zugang zu Bildung zu kommen.“

Post von Theresa Ritzer, NetHope-Project Reconnect